Leitungsrohre

Erdgas aus Großbritannien

Durch den Bau der Interconnector-Pipeline zwischen Großbritannien und Belgien, die im Oktober 1998 ihren Betrieb aufnahm, wurde für die Erdgaswirtschaften Kontinentaleuropas eine neue westeuropäische Aufkommensregion erschlossen.

Deutsche Importunternehmen haben Erdgaslieferverträge mit britischen Partnern abgeschlossen. Erdgas wird seit Herbst 1998 von Großbritannien über den Interconnector und eine belgische Transitleitung nach Deutschland geliefert. Im Raum Aachen wird das Erdgas in das deutsche Leitungsnetz eingespeist.

Die sicher gewinnbaren Erdgasreserven Großbritanniens werden mit einer Größenordnung von etwa 480 1) Mrd. m³ Erdgas angegeben. Die bisherige Position des Königreiches als Exporteur von Erdgas hat sich in den letzten Jahren jedoch deutlich verändert. Mittlerweile ist Großbritannien zum Netto-Importeur von Erdgas geworden. Eine deutlich zurückgehende Förderung im britischen Teil der Nordsee führt zu einer deutlichen Aufstockung der Importe, vornehmlich aus Norwegen sowie möglicherweise aus Russland. Zur Realisierung der Importe für Großbritannien wurde der europäische Erdgasverbund durch zwei Leitungen erweitert: die BBL-Pipeline zwischen dem niederländischen Balgzand und dem britischen Bacton und die Langeled-Leitung, die Gas aus dem norwegischen Ormen-Lange-Feld nach Großbritannien bringt. Mit diesen Projekten wird dem künftig weiter steigenden Importbedarf Großbritanniens Rechnung getragen. Die E.ON Ruhrgas ist über ihre Upstream-Tochter E.ON Ruhrgas UK in der Erdgasförderung in der britischen Nordsee aktiv.

1) Quelle: BP Statistical Review of World Energy 2007 (Proved reserves = gas quantities that can be recovered with reasonable certainty in the future from known reservoirs under existing economic and operating conditions)

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