Branchenreport

Deutschland:
Primärenergieverbrauch von gegenläufigen Entwicklungen beeinflusst

Mit insgesamt rund 346 Mio t Öleinheiten (OE) lag der Verbrauch an Primärenergieträgern in Deutschland (PEV) im Jahr 2006 um 1,2 Prozent oder 4,3 Mio t OE über dem Vorjahresniveau. Bei insgesamt guter Konjunktur (BIP + 2,7 Prozent) bremsten das weiterhin hohe Preisniveau sowie die milde Witterung im lV. Quartal den Verbrauchszuwachs.Während der Verbrauch von Braunkohle rückläufig war (– 1,5 Prozent) und derjenige von Mineralöl, dem mit einem Anteil von knapp 36 Prozent nach wie vor mit Abstand wichtigsten Energieträger in der deutschen Energiebilanz, praktisch stagnierte, hatten Steinkohle (+ 1,7 Prozent), Kernenergie (+ 2,7 Prozent),Wasserund Windkraft (+ 9,3 Prozent) und die sonstigen Energieträger (+ 16,0 Prozent) ebenso wie Erdgas (+ 1,5 Prozent) einen Zuwachs zu verzeichnen.

Energieimportrechnung auf neuem Höchststand

Die Aufwendungen für den Import von Energie (netto, d.h. Importe abzgl. Exporte) erreichten 2006 mit gut 65 Mrd € einen neuen Höchststand, der im Wesentlichen preisbedingt war:

  • Für den Import von Rohöl wurden rund 42 Mrd € ausgegeben, gut 6 Mrd € bzw. rund 18 Prozent mehr als 2005. Dahinter standen Rohölpreise frei deutsche Grenze, die mit rund 380 €/t im Jahresdurchschnitt den bisherigen Höchstwert, der erst im Jahr zuvor erreicht worden war, nochmals um 20 Prozent übertrafen. In den Importpreisen schlug sich die Preisentwicklung auf den volatilen internationalen Rohölmärkten bei nahezu unverändertem Wechselkurs €/US-$ nieder. Die Aufwendungen für den Import von Mineralölprodukten lagen mit etwa 4 Mrd € merklich über dem Vorjahresniveau.
  • Die wertmäßige Importrechnung für Erdgas in Deutschland (netto, d. h.: Import – Export) belief sich 2006 auf insgesamt gut 18 Mrd € und lag damit um etwa ein Drittel höher als der erst im letzten Jahr erreichte Rekordwert. Maßgeblich hierfür war bei leicht höheren Netto-Importmengen vor allem der weitere kräftige Anstieg der Erdgas-Importpreise, die der vorangegangenen Aufwärtsentwicklung der Heizölpreise in Deutschland folgten. Im Jahresdurchschnitt lag der Erdgaspreis frei Grenze um etwa ein Drittel über dem entsprechenden Vorjahreswert und erreichte mit rund 2,13 cts/kWh seinen bisher höchsten Stand.
  • Der Import von Steinkohle (inkl. Koks) hatte 2006 einen Wert von gut 3 Mrd €. Der leichte Rückgang der Preise für Kraftwerkskohle wurde dabei durch höhere Importmengen mehr als ausgeglichen.

Die gesamten Aufwendungen für den Energieimport entsprachen etwa 2,8 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts 2006 in Deutschland (2005: 2,3 Prozent).

Top

© E.ON Ruhrgas AG 2008