Regionale Entwicklungen im Einzelnen
In Russland setzte sich die Aufwärtsentwicklung der Erdgasförderung 2006 weiter fort. Mit rund 590 Mrd m³ lag sie im vergangenen Jahr leicht über Vorjahresniveau und entsprach damit nach wie vor gut einem Fünftel der weltweiten Erdgasförderung. Die Erdgasexporte Russlands beliefen sich auf insgesamt knapp 180 Mrd m³ (– 2 Prozent). Sie machten etwa 30 Prozent der gesamten russischen Erdgasförderung aus. Die Lieferungen in europäische Länder erreichten knapp 140 Mrd m³, etwa 1 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die übrigen Mengen wurden in andere GUS-Länder exportiert, etwa zur Hälfte nach Weißrussland, das die Ukraine als größtes Importland in dieser Staatengruppe ablöste. Infolge der Neugestaltung der Unternehmens- und Vertragsstrukturen auf der Importstufe bezog die Ukraine 2006 über die Hälfte weniger Erdgas aus Russland als im Jahr zuvor; die Erdgasimporte der Ukraine aus zentralasiatischen Ländern wurden dagegen kräftig ausgeweitet. Die Erdgasförderung in den übrigen Ländern der GUS hatte mit rund 170 Mrd m³ in etwa die gleiche Größenordnung wie 2005.
In den USA erholte sich die Erdgasförderung wieder und lag mit rund 510 Mrd m³ – entsprechend rund 19 Prozent der Welterdgasförderung – um etwa 2 Prozent über der des Vorjahres, in dem sie nicht zuletzt durch witterungsbedingte Förderausfälle (Hurrikans im Golf von Mexiko) geprägt war. Der Erdgasverbrauch war dagegen rückläufig (– 2 Prozent auf rund 565 Mrd m³). Der ückgang war dabei besonders ausgeprägt in den Verbrauchsbereichen Haushalte (– 9 Prozent) und gewerbliche Kleinverbraucher (– 6 Prozent), in denen die Preise im Jahresdurchschnitt weiter gestiegen sind. Auch in der Industrie wurde weniger Erdgas eingesetzt (– 2 Prozent), mehr dagegen allein in Kraftwerken (+ 6 Prozent). Der Minderverbrauch ging dabei aufkommensseitig zu Lasten der Importe: Die gesamten Bezüge der USA aus dem Ausland verringerten sich um rund 4 Prozent auf gut 115 Mrd m³; die Importe per Pipeline aus Kanada waren dabei mit rund 100 Mrd m³ um etwa drei Prozent niedriger als 2005; sie entsprachen 57 Prozent der gesamten Erdgasförderung in Kanada (175 Mrd m³). Die LNG-Importe, die zunehmend im Rahmen kurzfristiger Geschäfte abgewickelt wurden, beliefen sich insgesamt auf 16 Mrd m³ und waren um etwa 12 Prozent niedriger als 2005. Zwei Drittel davon stammten aus Trinidad/Tobago (– 15 Prozent), die übrigen Mengen aus Ägypten (+ rund 60 Prozent), das Algerien als zweitgrößtes LNG-Lieferland für die USA abgelöst hat, aus Algerien sowie aus Nigeria. Aus der Golfregion sowie aus dem asiatisch- pazifischen Raum wurde – anders als 2005 – kein LNG bezogen. Die USA hatten importseitig damit einen Anteil von etwa 7 Prozent an den weltweit gehandelten LNG-Lieferungen.
In der Region Fernost/Pazifik belief sich die Erdgasproduktion auf rund 370 Mrd m³, entsprechend rund 14 Prozent der weltweiten Förderung. Größtes Förderland war Indonesien (rund 77 Mrd m³) mit einem Anteil von rund einem Fünftel der Gesamtförderung in dieser Region; davon wurden knapp 40 Prozent (30 Mrd m³) in Länder dieser Region exportiert (Japan, Südkorea und Taiwan). Weitere nennenswerte Förderländer waren hier China und Malaysia mit einer Förderung von jeweils rund 60 Mrd m³.
In den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens lag die Erdgasförderung bei rund 280 Mrd m³. Größtes Förderland in dieser Region war Iran mit rund 80 Mrd m³ vor Saudi-Arabien (65 Mrd m³), Katar (44 Mrd m³) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (43 Mrd m³). Von der gesamten Förderung in dieser Region wurde knapp ein Viertel in andere Regionen geliefert. Größtes Exportland der Region war Katar, das 2006 Indonesien als LNG-Exportland Nr. 1 in der Welt ablöste.
In Afrika erreichte die Erdgasförderung die Größenordnung von rund 175 Mrd m³. Größtes Förderland mit einem Anteil von rund 55 Prozent (95 Mrd m³) war Algerien, das knapp 60 Mrd m³ exportierte, und zwar nahezu vollständig nach Europa sowie in geringem Umfang in die USA.Weitere Förder- und gleichzeitig auch Exportländer waren Ägypten, Nigeria und Libyen.
In Lateinamerika betrug die Erdgasförderung rund 135 Mrd m³ und lag um rund 3 Prozent über dem Vorjahr. In Argentinien, Venezuela und Trinidad/Tobago, den drei größten Förderländern, wurden rund drei Viertel der gesamten Mengen gefördert.