Erdgasflammen

Branchenreport

Erdgas im Energiemarkt 2006
Weltweite Entwicklungen im Überblick

Die internationalen Ölmärkte waren bei einer unverändert knappen Angebotssituation mit nur sehr geringen Reservekapazitäten auch 2006 durch eine weiterhin hohe Nachfrage, insbesondere aus Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien, aber auch aus den USA geprägt. Sie standen zudem unter dem Einfluss politischer Unruhen in Nigeria, des Streits um das iranische Atomprogramm und nicht zuletzt der nach wie vor instabilen Lage im Nahen und Mittleren Osten.

Diese Faktoren schlugen sich 2006 nochmals in im Vergleich zum Vorjahr merklich gestiegenen Ölpreisen nieder, die zeitweise hohe Risikoprämien enthielten. Die Notierungen für Rohöl der Sorte Brent erreichten im Jahresdurchschnitt einen neuen Höchststand. Mit rund 65 US-$/barrel lagen sie um etwa ein Fünftel über denen des bisherigen „Rekordjahres“ 2005. Im Jahresverlauf wiesen sie dabei eine nicht unerhebliche Schwankungsbreite auf: Anfang August erreichten die Tagesnotierungen für Brent-Öl einen neuen Spitzenwert von knapp unter 80 US-$/barrel. Die gute Bevorratungslage, die entspanntere Lage im Nahen und Mittleren Osten und die vergleichsweise milde Witterung in den letzten Monaten des Jahres 2006 bewirkten danach einen deutlichen Preisrückgang. Ende 2006 notierte Brent-Öl mit knapp 60 US $/barrel geringfügig schwächer als zu Jahresanfang. Bei einem im Jahresvergleich 2006/2005 nur unwesentlich gestiegenen Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-$ schlugen sich die höheren Preise auch in den Öl- bzw. Energieimportrechnungen der Länder des Euro-Raums nieder. Die Bremswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa blieben indes begrenzt, das Wirtschaftswachstum war robust.

Erdgasförderung und -verbrauch in der Welt lagen mit rund 2.700 Mrd m³ (rund 2,4 Mrd t Öleinheiten – OE) leicht über Vorjahresniveau. Von den insgesamt geförderten Mengen wurden 30 Prozent (rund 820 Mrd m³) durch grenzüberschreitenden Erdgashandel zwischen Produzenten- und Importländern für die Verbrauchermärkte verfügbar gemacht. Dieser Handel vollzog sich im Schwerpunkt nach wie vor innerhalb einzelner Regionen wie Europa, Nordamerika oder Fernost/Pazifik, wurde zunehmend aber interregional. Etwa zwei Fünftel der grenzüberschreitenden Lieferungen wurden im vergangenen Jahr zwischen verschiedenen Regionen gehandelt. Die Lieferungen per Pipeline erhöhten sich nur unwesentlich auf rund 590 Mrd m³. In verflüssigter Form (LNG: Liquefied Natural Gas) wurden rund 230 Mrd m³ grenzüberschreitend geliefert, 9 Prozent mehr als 2005. Damit stieg der Anteil der LNG-Lieferungen am gesamten internationalen Erdgashandel auf 28 Prozent (2005: 26 Prozent). Die weltweit sicher gewinnbaren Erdgasreserven wurden per Ende 2006 mit rund 175.000 Mrd m³ um etwa 1 Prozent höher veranschlagt als ein Jahr zuvor, was im Wesentlichen auf eine Höherbewertung der Reserven in Ländern der GUS (Kasachstan und Turkmenistan) sowie in China zurückzuführen ist. Von den weltweit sicher gewinnbaren Erdgasreserven
entfielen 27 Prozent auf Russland, 16 Prozent auf den Iran und 15 Prozent auf Katar. Die drei mit Abstand größten Reserveländer halten somit einen Anteil von rund 58 Prozent an den weltweit sicher gewinnbaren Erdgasreserven, der Anteil Europas dagegen beträgt nur rund 3 Prozent.

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