Die Gaswirtschaft in Deutschland – sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern – bezieht seit 1973 Erdgas aus Russland.
Grundlage der Erdgaslieferungen war eine Reihe von Bezugsverträgen, die von der damaligen Ruhrgas AG in den 70er- und 80er- Jahren mit der sowjetischen Gasindustrie abgeschlossen wurden.
Als Ruhrgas 1970 den ersten Bezugsvertrag für sowjetisches Erdgas unterzeichnete, trug dies zur Entspannung des Ost-West-Konfliktes bei. 1981 dagegen standen die Verhandlungen zum vierten Vertrag ganz im Zeichen des Kalten Krieges: Die Erdgasversorgung in Westeuropa wurde damals zum Gegenstand der Weltpolitik. Ungeachtet dessen bekräftigten Ruhrgas und Sojuzgazexport ihre Partnerschaft und unterzeichneten am 20. November eine Vereinbarung über zusätzliche Erdgaslieferungen. Ein Großteil dieser Verträge wurde im Mai 1998 bis zum Jahr 2020 verlängert.
Im Dezember 1998 beteiligte sich die Ruhrgas AG als erste westliche Gesellschaft direkt an der OAO Gazprom – zunächst mit 2,5 Prozent. Der Anteil erhöhte sich 2003 auf insgesamt 6,43 Prozent. Im Zuge des Aktienerwerbs vereinbarten Gazprom und Ruhrgas, dass Gazprom etwa ein Drittel des Bedarfs der E.ON Ruhrgas AG bis 2030 flexibel deckt. Ein Großteil dieser Verträge wurde im August 2006 bis 2035 verlängert, und ein neuer Liefervertrag über die Nord Stream Pipeline ist bis 2036 vereinbart worden. Hierdurch werden zusätzliche Erdgasmengen aus Russland für den deutschen Markt verfügbar, insbesondere im Zeitraum nach 2010, wenn die Lieferungen aus westeuropäischen Quellen zurückgehen. Damit leistet E.ON Ruhrgas einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Sicherung des wachsenden Erdgasbedarfs in Deutschland und Europa.