Heute beträgt der Anteil von Erdgas in Deutschland bereits 22,7 Prozent des Primärenergiebedarfs und wird in den kommenden zehn Jahren auf gut ein Viertel steigen. Deutschland und Mitteleuropa liegen strategisch günstig zu den großen Erdgasreserven in Russland.
Der Bedarf an Erdgasimporten in die Europäische Union, im Jahr 2007 über 300 Milliarden Kubikmeter, wird bis zum Jahr 2025 um rund 200 Milliarden Kubikmeter auf 500 bis 550 Milliarden Kubikmeter wachsen. Damit Europa mit diesen zusätzlichen Mengen zuverlässig und sicher versorgt werden kann, ist nach Einschätzung der EU der zügige Ausbau der Transport-Infrastruktur notwendig. Die EU-Kommission hat daher die geplante Pipeline durch die Ostsee als vorrangiges Energieprojekt von gesamteuropäischem Interesse eingestuft, als ein Schlüsselprojekt für die künftige Energieversorgung Europas.
Ostseepipeline Nord Stream auf der Hannover Messe 2007
Die Nord Stream AG ist ein internationales Joint Venture, das zur Planung, zum Bau und Betrieb der Pipeline durch die Ostsee gegründet wurde. Gaz prom ist mit 51 Prozent an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt. BASF-Wintershall und E.ON Ruhrgas halten je 20 Prozent, und das niederländische Gasinfrastrukturunternehmen N. V. Nederlandse Gasunie ist seit 2008 mit 9 Prozent am Nord Stream-Konsortium beteiligt. Durch die Verbindung der größten Gasreserven der Welt mit dem europäischen Gasleitungsnetz wird Nord Stream etwa 25 Prozent des zusätzlichen Gasimportbedarfs der Europäischen Union decken können. Die Pipeline mit einer Gesamtlänge von über 1220 Kilometern wird 2011 zunächst mit einer jährlichen Kapazität von etwa 27,5 Milliarden Kubikmetern in Betrieb gehen. In der zweiten Phase wird die Transportkapazität mit einem weiteren Leitungsstrang auf rund 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr verdoppelt. Die Nord Stream Pipeline wird die russische Ostseeküste bei der Stadt Wyborg mit der deutschen Ostseeküste bei Greifswald verbinden. Russland und die EU stärken durch Nord Stream ihre Handelsbeziehungen.