Einstieg von E.ON Ruhrgas im Terminal Gate/Rotterdam – Vertragsunterzeichnung: (v.l.n.r.) Frans D. de Koning (Royal Vopak), Dr. Jochen Weise (E.ON Ruhrgas), Marcel Kramer (N.V. Nederlandse Gasunie), Ulco Vermeulen (Gate terminal)
05. August 2008
Wichtiger Meilenstein für die Versorgungssicherheit Deutschlands.
E.ON hat wichtige Fortschritte bei der Versorgung Deutschlands mit verflüssigtem Erdgas (LNG) erzielt. E.ON Ruhrgas wird Partner beim LNG-Terminal „Gas Access To Europe“ (Gate) in Rotterdam.
Der Terminal befindet sich bereits im Bau und wird im Jahr 2011 fertiggestellt. Durch die Beteiligung der E.ON Ruhrgas wird die Gesamtkapazität auf 12 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich erhöht. Das entspricht mehr als 130 großen Tankschiffen mit LNG, die dort pro Jahr anlanden und den nordwesteuropäischen Raum mit Erdgas versorgen können.
„Gate wird unser ‚Tor' für die Versorgung des nordwesteuropäischen Marktes mit LNG sein“, sagte Dr. Jochen Weise, Mitglied des Vorstands der E.ON Ruhrgas. „Deshalb ist der Einstieg in dieses Projekt auch ein wichtiger Meilenstein für die Versorgungssicherheit Deutschlands mit Erdgas.“
E.ON Ruhrgas hat in Rotterdam eine jährliche Kapazität von drei Milliarden Kubikmeter Erdgas gebucht. Mit dieser Menge lassen sich über 1,5 Millionen Einfamilienhäuser ein Jahr lang versorgen. Außerdem beteiligt sich E.ON Ruhrgas mit fünf Prozent an der Betriebsgesellschaft des Terminals. Gate ist ein Joint Venture aus den niederländischen Unternehmen N.V. Nederlandse Gasunie und Royal Vopak.
Gleichzeitig bekannte Weise sich klar zum Standort Wilhelmshaven, wo E.ON Ruhrgas ebenfalls ein Projekt zum Bau eines LNG-Terminals verfolgt. „Auch wenn wir zunächst keine Entscheidung pro Wilhelmshaven treffen werden, stehen wir zu diesem Standort als wichtige Zukunftsoption.“
Vor dem Hintergrund des weltweiten Nachfragewettbewerbs um LNG und der ausreichenden Versorgung Deutschlands mit preisgünstigem Pipelinegas zeigte sich, dass es beim Ausschreibungsverfahren für Kapazitäten im Terminal Wilhelmshaven (Open Season) zu wenige Shipper gibt, die interessiert sind, feste Kapazitäten zu buchen. Weise unterstrich ausdrücklich den „intensiven und konstruktiven Meinungsaustausch“ mit Bundesnetzagentur, Bundeskartellamt und Genehmigungsbehörden.
Aktuell sprechen Kosteneffizienz, die schnelle Fertigstellung und günstige geographische Lage für Gate. Weise: „Davon werden unsere Kunden profitieren. Bei der Versorgungssicherheit - ein Anliegen auch der deutschen Politik - sind Gate und Wilhelmshaven ebenbürtig.“
Das finanzielle Volumen hinter der Kapazitätsbuchung und Beteiligung beim Gate Terminal gab Weise mit einem hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag an. „Wir sind bereit, derartig in Vorleistung zu treten, ohne dass die vorgelagerte Lieferkette abgesichert wäre. Dies unterstreicht unser Engagement für die Versorgungssicherheit mit Erdgas in Europa.“
LNG wird weltweit und für die Versorgung Europas eine immer wichtigere Rolle spielen. Sein Anteil am Erdgasaufkommen der EU 27 von heute rund zehn Prozent wird bis zum Jahr 2020 auf mindestens 18 Prozent steigen. „Wir sind entschlossen, das LNG-Geschäft in eine substanzielle Größenordnung zu entwickeln“, betonte Weise.
Dafür verfügt E.ON Ruhrgas bereits über eine gute Ausgangsbasis. Bei der Beschaffung von LNG verfolgt das Unternehmen Projekte in Nord- und Westafrika sowie im Nahen Osten. Im Zuge der Endesa-Transaktion hat E.ON Ruhrgas jetzt auch langfristig LNG unter Vertrag, das für die Belieferung eines Kraftwerks im Osten Spaniens bestimmt ist. In Terminals zur Regasifizierung von LNG hat E.ON Ruhrgas neben Gate auch Kapazität in Großbritannien, Italien und Spanien gebucht und prüft Projekte in Kroatien und Frankreich.