30 Jahre Erdgaslieferbeziehungen mit Norwegen: „Eckpfeiler für Europas Energieversorgung“

„Norwegen ist ein Eckpfeiler für Europas Energieversorgung und hat großes Potenzial für die Zukunft“, sagte Dr. Burckhard Bergmann, Vorsitzender des Vorstands E.ON Ruhrgas, heute im Rahmen eines Festakts in Emden, mit dem die Aufnahme der Erdgaslieferungen von Norwegen nach Deutschland vor 30 Jahren gewürdigt wurde.

„Unternehmergeist, technische Innovationen und Verlässlichkeit haben die vergangenen 30 Jahre der deutsch-norwegischen Erdgaspartnerschaft geprägt. Wir brauchen für Europas Energiewirtschaft einen Rechtsrahmen, in dem sich diese Qualitäten auch künftig entfalten können.“

Bergmann nahm das Lieferjubiläum zum Anlass, sich gegen Pläne der Europäischen Kommission auszusprechen, die Transportnetze von den Energieunternehmen eigentumsrechtlich zu trennen (Ownership Unbundling) und zukünftig sogar in die Handelsmärkte einzugreifen: „Die Erdgasressourcen werden überwiegend von wenigen mächtigen, meist staatlichen Produzenten kontrolliert. Wir müssen auch künftig mit ihnen auf Augenhöhe verhandeln können, wenn wir in Europa weiterhin eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung haben wollen.“

Dynamische Entwicklung des deutsch-norwegischen Gasgeschäfts

Im September 1977 strömte das erste norwegische Ergas aus dem Ekofisk-Feld, das die Phillips Norway Gruppe 1969 entdeckt hatte, an die deutsche Nordseeküste. In rascher Folge schlossen die norwegischen Produzenten weitere Verträge mit europäischen Gasgesellschaften und entwickelten auf dieser Grundlage neu entdeckte Öl- und Gasvorkommen, darunter das riesige Troll-Feld. Parallel dazu wurden Milliarden Euro in den Aufbau der Transportsysteme zum europäischen Markt investiert. Deutschland ist über drei große Unterwasserpipelines mit den norwegischen Gasfeldern verbunden.

Norwegisches Erdgas deckt heute ein Viertel des deutschen und rund 15 Prozent des europäischen Gasbedarfs. Größter Kunde für norwegisches Erdgas ist E.ON Ruhrgas, die neben Deutschland auch andere europäische Märkte damit versorgt. Im Jahr 2006 bezog das Unternehmen 27 Prozent und damit den größten Teil seines Erdgasportfolios aus Norwegen. Die langfristigen Bezugsverträge der E.ON Ruhrgas reichen bis ins Jahr 2028.

„Das vorausschauende Ressourcen-Management der Norweger sowie langfristige Lieferverträge mit Gasimportgesellschaften waren entscheidende Erfolgsfaktoren für das deutsch-norwegische Erdgasgeschäft“, betont Dr. Jochen Weise, Mitglied des Vorstands der E.ON Ruhrgas mit Verantwortung für den Gaseinkauf. „Angesichts des scharfen globalen Nachfragewettbewerbs um Erdgas bleiben langfristige Bezugsverträge auch für die Zukunft aktuell. Gleichzeitig nutzen wir den kurzfristigeren Gashandel an Börsenplätzen, weil wir damit die Versorgung unserer Kunden optimieren können.“

E.ON beteiligt sich in Norwegen auch an der Gasproduktion, um ihr Bezugsportfolio zu verbreitern und ihre Position im Nachfragewettbewerb um Ressourcen zu stärken. Das Unternehmen hält Anteile an den Gasfeldern Njord, Skarv und Idun sowie an drei Lizenzen in der nördlichen Nordsee und der Norwegischen See. Im Januar hat sich E.ON auch als Operator in Norwegen qualifiziert. Dies ist Ausdruck einer immer stärker werdenden Zusammenarbeit der europäischen Gasgesellschaften, um die zukünftigen Aufgaben gemeinsam zu bewältigen.

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