Die Gesamtkosten des Bernsteinzimmers sind schwer zu schätzen, da sich die Arbeiten über nahezu ein Vierteljahrhundert erstreckten (1979 bis 2003). Bevor die Ruhrgas AG (jetzt E.ON Ruhrgas AG) durch ihr Sponsoring von 3,5 Millionen Dollar die zügige Fertigstellung des Projekts ab 1999 sicherstellte, wurden von russischer Seite bereits umfangreiche Arbeiten geleistet. Dazu gehörten intensive Recherchen in den Archiven Russlands, Deutschlands und Italiens, umfassende Studien des barocken Stils und vor allem die Wiederaneignung der Bernsteinschnitzkunst. Die architektonische Ausstattung des Zimmers inklusive Parkett, Deckengemälde, Fries und vergoldeten Schnitzereien, zwei der vier Florentiner Mosaike, die Sockelpaneele aus Bernstein sowie ein großes Paneel der Nordwand, waren ebenfalls fertiggestellt.
Für die Wiederherstellung des Bernsteinzimmers wurden rund sechs Tonnen Bernstein verbraucht. Rund 80 Prozent davon sind allerdings Abfall, da jedes Kilo des empfindlichen Werkstoffes nur rund 150 bis 200 Gramm endgültig verwendbares Material liefert.
Der Bernstein stammte aus dem Bernsteinkombinat in Kaliningrad (ehemals Palmnicken/Ostpreußen). Diese Lagerstätte verfügt über 95 Prozent der weltweiten Bernsteinreserven. Bereits der Bernstein für das Original-Zimmer stammte aus diesen Vorkommen.
Nur Bernstein besonderer Güte konnte für das Bernsteinzimmer verwendet werden. Dazu gehörten durchsichtiger Bernstein, Bernsteinstücke der ersten und zweiten Klasse (Stücke von 50-100 Gramm) sowie seltene und einzigartige Stücke von 600 Gramm bis über ein Kilogramm.
Der Preis für ein Kilogramm Bernstein-Rohstoff schwankt zwischen 300 und 1.000 US Dollar.
Für ein großes Paneel werden rund 400 Kilo Bernstein benötigt. Unter Einsatz der historischen Techniken dauert die Herstellung rund ein halbes Jahr. Dies setzt allerdings voraus, dass die erforderlichen Rohstoffmengen vorhanden sind bzw. kontinuierlich geliefert werden.
Die Wiederherstellung eines Florentiner Mosaiks dauert bei Verwendung der historischen Techniken rund ein Jahr.
Es wurden Onyx aus Pakistan sowie Lapislazuli, Yaspis, Rosenquarz und andere Halbedelsteine aus Russland eingesetzt.
Dank moderner Techniken und Materialen - wie z.B. nicht arbeitendes Holz, das auch für den Flugzeugbau verwendet wird - bedarf das neue Bernsteinzimmer wesentlich weniger Pflege. Dazu trägt auch die Klimaanlage bei. Lediglich der Einfluss ultravioletter Strahlen muss beobachtet werden. Diese Aufgabe wird Sascha Krylov, der künstlerische Leiter der Bernstein-Werkstatt, übernehmen.
Die Lufttemperatur sollte möglichst nicht höher als 18 Grad Celsius sein und zwei Grad Celsius nicht unterschreiten. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 45 und 60 Prozent liegen, die Zugluft nicht über 0,1 Meter pro Sekunde.
Das nächste große Projekt des Museums ist die Restaurierung des Achat-Zimmers. Hierfür haben die Restauratoren wichtige Fähigkeiten erworben und werden zum Teil dafür weiter geschult. Allerdings sucht das Museum noch nach einem Sponsor.
Außerdem setzen die Bernsteinmeister die Restaurierung der Gegenstände aus der Bernsteinkunstsammlung aus russischen und ausländischen Museen fort, bearbeiten Bernstein für den Handel und fertigen Kunstobjekte sowie Souvenirs. Darüber hinaus nimmt die Bernsteinwerkstatt regelmäßig an Ausstellungen in Russland und im Ausland teil.
Es ist besser, zwei Bernsteinzimmer zu haben, als überhaupt keines. Aber selbst wenn das Original gefunden würde, wäre der Bernstein heute brüchig, stumpf und unansehnlich. Bereits im Jahr 1941 wollte man das Bernsteinzimmer umfassend restaurieren, aber der Zweite Weltkrieg verhinderte diese Aktivitäten. Insofern würde man das Originalzimmer zunächst einer eingehenden Restaurierung und Konservierung unterziehen müssen.
Eines steht jedoch fest: Die Restauratoren brauchen den Vergleich nicht zu scheuen. Würde das Original gefunden, wäre das die beste Bestätigung für ihre exzellente Handwerkskunst.