Arbeiter in der Abenddämmerung

Energieimportabhängigkeit wächst

Die EU wird in immer stärkerem Maße auf Energiebezüge aus Drittländern angewiesen sein. Es muss das Ziel einer jeden energieimportabhängigen Region sein, einen möglichst breiten Mix der zu importierenden Primärenergien zu erreichen. Entsprechend begrenzt sind dann die Konsequenzen von Lieferstörungen bei einem Energieträger, dies umso mehr, wenn verschiedene Energieträger auch noch substituierbar sind.

Diversifikation auf allen Ebenen erreichen

Für die EU 27 ist eine durchaus gute Diversifikation der Primärenergieträgerversorgung gegeben, auch wenn diese nicht homogen über die EU verteilt ist. Bei zunehmender Importabhängigkeit der Energieversorgung sollte man auf keinen der wirtschaftlich erreichbaren und umweltverträglichen Energieträger verzichten, allein schon, um die Krisenanfälligkeit der Energieversorgung nicht unnötig zu erhöhen. Für jeden einzelnen Energieträger gilt dann in gleicher Weise, die Importe aus möglichst vielen Quellen bereitzustellen, also Diversifikation zu erreichen.

Stabile Lieferanten-Beziehungen

Beim Erdgas ist das bisher sehr gut gelungen. Gerade in Deutschland haben wir heute einen nach wie vor beachtlichen Sockel an Inlandsförderung, eine gute Diversifikation der Bezugsquellen und stabile, tragfähige Beziehungen mit den Lieferanten.
Die EU 27 wird in den nächsten Jahrzehnten einen starken Anstieg der Importabhängigkeit zu verzeichnen haben. Analysen zeigen, dass der Anteil der Importe aus Drittländern am gesamten Erdgasaufkommen in der EU 27 im Jahr 2020 bereits bei mindestens drei Vierteln liegen wird. Heute sind es 54 Prozent. Von den künftig benötigten Importmengen ist nahezu die Hälfte heute noch nicht vertraglich gesichert.

Erdgaswirtschaft steht vor riesigen Herausforderungen

Wenn man bedenkt, dass auch für die bereits kontrahierten Importe ein wesentlicher Teil der Investitionen heute noch nicht getätigt ist, wird deutlich, vor welch riesigen Herausforderungen die Erdgaswirtschaft steht. Es mutet schon beängstigend an, wenn man vor diesem Hintergrund sieht, mit welcher Experimentierfreude eine zunehmende Zahl von Eingriffen in die Erdgaswirtschaften der Importländer diskutiert wird. Diese mögen vielleicht für ein Stückchen mehr Wettbewerb auf den Absatzstufen sorgen. Sie entfernen uns aber weiter von Strukturen und Strategien, die notwendig sind, um auch künftig bei sich ändernden geopolitischen Faktoren langfristige Erdgasversorgungssicherheit zu gewährleisten.

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