Auf rund 173.000 Milliarden Kubikmeter beliefen sich die sicher gewinnbaren Erdgasreserven Ende 2005. Als sicher werden Reserven bezeichnet, wenn sie unter den aktuellen Bedingungen mit heutiger Technik wirtschaftlich ausgebeutet werden können. Durch die sicheren Erdgasreserven wäre bei konstanter Förderung die Erdgasversorgung bis in die 70er Jahre des
21. Jahrhunderts gedeckt.
Die weiteren Reserven-Kategorien sind die wahrscheinlichen und die möglichen Reserven, die sich durch den Grad an Unsicherheit über Größe und technisch-wirtschaftliche Förderbarkeit unterscheiden.
Im Gegensatz dazu bezeichnet man jene Mengen an Erdgas und Erdöl als Ressourcen, die derzeit wirtschaftlich nicht gewinnbar sind. Diese werden wiederum in konventionelle und nicht-konventionelle Ressourcen unterteilt. Bei den konventionellen Ressourcen handelt es sich um nachgewiesene Mengen, die auf weit über 200 Billionen Kubikmeter geschätzt werden.
Als nicht-konventionelle Ressourcen werden im Wesentlichen „Tight Gas“ (Erdgas aus dichten Lagerstätten), Kohleflözgase, Gashydrate und Aquifergase bezeichnet. Diese Vorkommen sind durch konventionelle Fördermethoden praktisch nicht gewinnbar. Ihre Mengen sind um ein Vielfaches höher als die konventionellen Ressourcen. Die größten sicheren Erdgasreserven gibt es in Russland und im Mittleren Osten, wo zusammen rund 70 Prozent der Vorräte lagern. Europa verfügt mit drei Prozent nur über einen kleinen Anteil der als sicher eingestuften Erdgasreserven.
Die Erdgasvorräte Deutschlands werden bereits in wenigen Jahren zu einem Rückgang der Förderung führen. Bei sinkenden eigenen Vorräten und steigender Nachfrage wird die Abhängigkeit Europas von Erdgasimporten somit weiter zunehmen. Um die Versorgung langfristig mit Importen aus Russland und dem Mittleren Osten zu sichern, sind hohe Investitionen in Infrastrukturprojekte notwendig. Außerdem wird Europa zunehmend in einem Nachfragewettbewerb um diese Reserven mit Asien und Amerika stehen.