1993 begannen die norwegischen Erdgaslieferungen nach Deutschland unter
den Troll-Verträgen. Wie kein anderes Projekt steht „Troll“ für den Durchbruch des norwegischen Erdgases am deutschen Markt. Es setzte sowohl in vertraglicher als auch technischer Hinsicht neue Maßstäbe.
Auf deutscher Seite wurden die Troll-Verträge 1986 mit den Unternehmen Ruhrgas, BEB Erdgas und Erdöl sowie Thyssengas geschlossen. Weitere Vertragspartner der Norweger waren die französische Gaz de France, die niederländische Gasunie und die belgische Distrigaz, später kamen Lieferungen in weitere europäische Länder hinzu.
Die Gesamtliefermenge umfasste zunächst 20 Mrd Kubikmeter jährlich, auf Deutschland entfielen davon rund acht Mrd Kubikmeter, die später aufgestockt wurden. Mit einer damals vereinbarten Laufzeit über das Jahr 2020 hinaus stellten die Verträge einen neuen Rekord auf. Es handelte sich um den größten Handelsvertrag in der norwegischen Geschichte, mit dem auch eine neue Ära in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Norwegen und Deutschland eingeläutet wurde. Das Land konnte sich damit endgültig als dritter großer Erdgaslieferant auf den europäischen Märkten neben Russland und den Niederlanden etablieren. Troll war damit auch ein weiteres Zeichen der europäischen Integration.
Die Lieferung unter den Verträgen begann erst sieben Jahre nach Vertragsabschluss. In dieser Zeit wurde neben dem Trollfeld auch das Sleipnerfeld erschlossen.