Erdgas aus Norwegen

Die Troll-Plattform 65 Kilometer vor der norwegischen Küste bei Bergen.

Erdgas aus Norwegen

Wie kein anderes Land ist Norwegen mit dem Meer verbunden, es lebt am und vom Meer.

Die Zeiten, in denen hier der Fischfang dominierte, sind allerdings vorüber. Das Meer birgt heute andere Schätze: große Lagerstätten fossiler Energien liegen in den Hoheitsgebieten norwegischer Gewässer. Die Produktion aus den fossilen Bodenschätzen geht nach Europa: Norwegen ist einer der weltweit größten Exporteure von Erdöl und Erdgas und fördert diese Rohstoffe seit über 40 Jahren.

Norwegisches Erdgas spielt heute eine Schlüsselrolle in Europa. In Deutschland deckt es rund ein Viertel des Aufkommens ab. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die langfristigen Lieferverträge der E.ON Ruhrgas mit norwegischen Produzenten zurückzuführen. E.ON Ruhrgas ist dabei der größte Kunde für norwegisches Erdgas. Parallel zu den Lieferbeziehungen mit Norwegen verstärken wir auch unser eigenes Upstream-Engagement in der Region – mit dem Erwerb von Anteilen an produzierenden und aussichtsreich erschließbaren Erdgasfeldern sowie Explorations- und Produktionslizenzen. Dabei versorgt E.ON Ruhrgas nicht nur Deutschland sondern bedient auch andere europäische Märkte.

Das Erdgas wird ausschließlich offshore aus Öl- und Gasvorkommen vor der Küste Norwegens gefördert. Mit gewinnbaren Reserven von ursprünglich rund 1.300 Milliarden Kubikmetern Erdgas ist hier das Troll-Feld eines der größten Offshore-Felder der Welt. Die Wassertiefe von 300 bis 350 Metern und die Wetterbedingungen im Troll-Gebiet in der Nordsee erforderten für die Erschließung den Einsatz von Techniken in außergewöhnlichen Dimensionen. Mit 678.500 Tonnen Gesamtgewicht ist die Mega-Plattform auf einer Standfläche von 16.600 Quadratmetern fest im Meeresboden verankert und mit 472 Metern höher als jedes Gebäude in Europa.

Zum Transport der Erdgasmengen zum kontinentalen Festland erfuhr das norwegische Unterwasser-Pipelinenetz mit einem Milliarden-Investitionsvolumen einen gewaltigen Ausbau. Zuerst im Jahr 1993 mit der „Zeepipe“, die im belgischen Zeebrügge anlandet. In den 1990er Jahren folgten zwei Pipelines zur deutschen Nordseeküste, die „Europipe I“ und die „Europipe II“, die nach Dornum gehen. Die in Dünkirchen mündende „Franpipe“ ergänzte die Verbindung nach Frankreich. Deutschland ist wesentliches Importland für norwegisches Erdgas und zudem Transitland für Lieferungen in weite Teile Europas. Weitere technisch anspruchsvolle Großprojekte sind kürzlich fertig gestellt worden oder befinden sich noch in Vorbereitung. Ormen Lange ist ein tief im Meeresgrund vor Mittelnorwegen gelegenes Gasfeld, dessen Produktion primär für den britischen Markt bestimmt ist und über die „Langeled“-Pipeline mit England verbunden.

Norwegen ist somit eine tragende Säule für Europas Energieversorgung und hat großes Potenzial für die Zukunft. Die mit Norwegen geschlossenen langfristigen Bezugsverträge reichen bis ins Jahr 2029.

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