25. August 2010
Schäfer auf Messe ONS: Langfristige Lieferverträge zukunftsfest machen
„Die deutsch-norwegischen Gasbeziehungen zeigen, wie durch unternehmerisches Engagement Versorgungssicherheit auch in einem wirtschaftlich schwierigem Umfeld gewährleistet wird“, betonte der neue E.ON Ruhrgas-Vorstandsvorsitzende Klaus Schäfer heute auf der Messe „Offshore Northern Seas 2010“ (ONS) in Stavanger. „Die europäischen Gasmärkte sind in Bewegung. Der Kontinent erlebt ein massives Überangebot an Erdgas und Preisverfall an den Spotmärkten. Eine Ursache ist ganz sicher der geringere Verbrauch infolge der weltweiten Wirtschaftskrise. Ungleich bedeutsamer sind jedoch die weitreichenden Verschiebungen auf den globalen Märkten für Erdgas.“
Das Überangebot an Erdgas und die gesunkene Nachfrage setze die Preise unter Druck, so Schäfer weiter. Dies erfordert ein Nutzen der Flexibilitäten in der Erdgasbeschaffung und ein Anpassen der Verträge an die aktuelle Marktlage. „In den Verhandlungen mit den großen Erdgasproduzenten müssen wir die langfristigen Lieferverträge zukunftsfest machen und zentrale Stellschrauben in den Verträgen neu justieren, um flexibel auf die jeweilige Marktlage reagieren zu können“, so Schäfer in seinem Statement vor der Presse. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Weichen für zukünftige Marktentwicklungen zu stellen und die Versorgung Europas mit Erdgas dauerhaft zu sichern.“
E.ON Ruhrgas hat eine auf drei Säulen beruhende Beschaffungsstrategie. Neben der langfristigen Versorgung mit Pipeline-Gas hat das Unternehmen erfolgreich mit dem Aufbau einer eigenen Gasproduktion, auch in Norwegen, begonnen und engagiert sich im LNG-Geschäft als dritte Säule. Norwegisches Erdgas ist ein zentraler Bestandteil in diesem Bezugsportfolio und ein integraler Teil der Diversifikationsstrategie des Unternehmens. Die bestehenden Verträge mit norwegischen Gasproduzenten reichen bis ins Jahr 2029.
2009 importierte das Energieunternehmen als größter Kunde für norwegisches Gas insgesamt fast 15 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Norwegen. Diese Menge entspricht 27 Prozent des E.ON Ruhrgas-Bezugsportfolios. Insgesamt wird Deutschland zu rund einem Drittel mit norwegischem Erdgas versorgt. Für E.ON Ruhrgas ist Norwegen deshalb ein zentrales Lieferland und strategischer Partner mit großem Potenzial für die Versorgungssicherheit Deutschlands und Europas.
Als einer der führenden Importeure Europas kann E.ON Ruhrgas ein attraktives Mid- und Downstream-Portfolio vorweisen. Das Unternehmen erschließt neue Absatzmärkte und investiert in neue Anwendungstechnologien, sei es im Wärmemarkt oder in der Erdgasmobilität. Auch im Einsatz von Erdgas in der Stromerzeugung sieht das Unternehmen europaweit großes Potenzial für Energieeffizienz und Klimaschutz.
„Die eigene Erdgasproduktion ist für uns ein Wachstumssegment. E.ON Ruhrgas Exploration & Production ist ein aufstrebendes Unternehmen mit starker Basis und aussichtsreichen Perspektiven. Seit Aufnahme unseres Engagements im Jahr 2003 haben wir uns binnen kurzer Zeit im Markt etabliert. Mit unseren Anteilen an Erdgas-Vorkommen in der britischen und norwegischen Nordsee sowie in Russland lag unsere Jahresproduktion bei rund 4,4 Milliarden Kubikmetern Erdgas in 2009. Tendenz steigend“, berichtete der Vorstandsvorsitzende.
Gemeinsam mit ihren norwegischen Partnern treibt E.ON Ruhrgas auch seit vielen Jahren kulturelle und soziale Projekte voran, die weit über das eigentliche Erdgasgeschäft hinaus gehen. So sind die E.ON Ruhrgas-Stipendienprogramme, das Deutsch-Norwegische Jugendforum sowie Kunstausstellungen und Konzerte fester Bestandteil der deutsch-norwegischen Kulturbeziehungen. Zuverlässigkeit, Engagement und Kreativität sind die Erfolgsfaktoren der inzwischen seit mehr als 30-jährigen Partnerschaft zwischen E.ON Ruhrgas und Norwegen.