Troll-Plattform

Die Troll-Plattform 65 Kilometer vor der norwegischen Küste bei Bergen.

Erdgas aus Norwegen

Die Erdgaslieferungen aus Norwegen nach Deutschland betrugen 2007 insgesamt mehr als 25 Mrd m³.

Im Herbst 1977 begannen Lieferungen aus dem Ekofisk-Gebiet, etwa 440 km vor der deutschen Küste in der norwegischen Nordsee gelegen, an westeuropäische Käufer. Dieses Erdgas wird über das am Boden der Nordsee verlegte Norpipe-System in Emden angelandet und dort in das europäische Verbundsystem eingespeist. Etwa die Hälfte davon ist für Deutschland bestimmt, der andere Teil geht in die Niederlande, nach Belgien und nach Frankreich.

1985 wurden Erdgaslieferungen aus dem Statfjord-Feld aufgenommen, das in der nördlichen norwegischen Nordsee liegt. Weiteres Erdgas kam seit 1986 aus dem Heimdal- und seit 1987 aus dem Gullfaks-Feld. Für diese Erdgasmengen wurde mit der Statpipe ein weiteres Pipeline-System mit einer Gesamtlänge von rund 900 km bis zum Ekofisk-Zentrum gebaut. Von dort fließt das Gas durch die Norpipe nach Emden. Die Lieferungen aus den Feldern Heimdal und Gullfaks wurden wegen Erschöpfung der Erdgasreserven bereits wieder eingestellt.

1986 sind mit norwegischen Produzenten Erdgaslieferungen aus dem Troll-Feld vereinbart worden. Die Reserven dieses etwa 100 km nordwestlich von Bergen gelegenen Feldes betragen nach heutiger Einschätzung noch rund 1.060 ²) Mrd m³. Troll zählt neben dem niederländischen Groningen-Feld zu den größten bisher entdeckten Erdgasvorkommen in Westeuropa. Die Wassertiefe im Troll-Gebiet von 300 bis 350 m und die Wetterbedingungen in der Nordsee erforderten den Einsatz von Techniken zur Erschließung dieses Feldes in damals noch nicht verwirklichten Dimensionen. Die Gasproduktion aus dem Troll-Feld wurde im Sommer 1996 aufgenommen. Mit der Vermarktung des Erdgases aus dem Troll-Feld konnte Norwegen seine Stellung als Erdgaslieferant für Deutschland ausbauen. Die Erdgaslieferungen aus dem Troll-Projekt, in das auch das Sleipner-Feld einbezogen war, begannen im Herbst 1993. Sie haben eine vertragliche Laufzeit über 2020 hinaus. Gas aus dem Troll-Feld geht auch in andere europäische Länder.

Zum Transport der Erdgasmengen zum Kontinent wurde das norwegische Unterwasser-Pipelinenetz weiter ausgebaut. Zunächst mit der Zeepipe (1993), die in Zeebrügge/Belgien anlandet. In den 90er Jahren wurden zwei Pipelines (Europipe I und II) zur deutschen Nordseeküste gebaut. Außerdem kam mit der Franpipe eine Verbindung nach Dünkirchen/Frankreich hinzu. Die ausgebaute Transportinfrastruktur schafft für die norwegischen Produzenten die Voraussetzungen für den Transport bereits kontrahierter zusätzlicher Erdgasmengen nach Deutschland sowie für die potenzielle Belieferung mittelund osteuropäischer Märkte.

2) Quelle: Wood Mackenzie Database (Remaining 2P-Reserves)

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