eine Person im Interview

Dr. Steffen Bruendel im Interview beim Deutsch-Norwegischen Jugendforum 2007

Interview Dr. Steffen Bruendel

Das Deutsch-Norwegische Jugendforum 2008 steht bevor. Im Interview beschreibt Dr. Steffen Bruendel die Chancen, die sich durch den Jugendaustausch ergeben.

„Das Jugendforum gibt jeweils 50 Jugendlichen aus beiden Ländern die Möglichkeit, die andere Kultur besser kennenzulernen. Nicht virtuell, sondern im direkten Dialog.“

Herr Bruendel, das Deutsch-Norwegische Jugendforum 2008 steht bevor - was verbirgt sich dahinter?

Jugendliche aus Norwegen und Deutschland wissen immer noch zu wenig voneinander, trotz der weltweiten Vernetzung per Internet. Das Jugendforum gibt jeweils 50 Jugendlichen aus beiden Ländern die Möglichkeit, die andere Kultur besser kennenzulernen. Nicht virtuell, sondern im direkten Dialog. Zugleich erhalten die Jugendlichen unter der Anleitung von Profis eine Fortbildung in Medienkompetenz und interkultureller Kommunikation.

E.ON Ruhrgas hat traditionell eine enge Bindung zu Norwegen. Deshalb auch das Engagement für den Jugendaustausch?

Ja. Zumal wir damit auf zwei ausdrückliche Wünsche der norwegischen Regierung eingehen. Der erste Wunsch ist die Stärkung des Deutschen als Fremdsprache, das zweite Anliegen ist die Intensivierung des deutsch-norwegischen Jugendaustausches.

Das Projekt ist also politisch gewollt?

In jedem Fall. Dies wurde mit den Besuch des Forums durch Königin Sonja im Jahr 2007 noch unterstrichen. Die Zahlen derer, die in Norwegen deutsch lernen, gehen zurück, ein systematischer Jugendaustausch fand bisher nicht statt. Dies sind Gründe genug, um sich zu engagieren.

Deutschland ist für Norwegen der mit Abstand wichtigste Handelspartner.

Richtig. Deshalb ist es konsequent, wenn sich die beiden Länder auch auf kultureller Ebene stärker begegnen.

Welche konkreten Vorteile ergeben sich für E.ON Ruhrgas?

Je besser die Deutschkenntnisse vor Ort sind, desto höher sind unsere Chancen, geeignete Mitarbeiter und Praktikanten in Norwegen zu finden. Außerdem schaffen wir einen „Unterbau“ für unsere deutsch-norwegischen Stipendienprogramme. Je früher die Jugendlichen in Norwegen deutsch lernen, desto eher werden sie Deutschland als Studienort wählen.

Das Forum startete im letzten Jahr. Wie waren die Ergebnisse?

Sehr positiv. Wie eine erste Evaluation zeigte, konnten wir unsere Ziele erreichen, und die Resonanz war einmalig gut. Das Projekt schließt eine „kulturelle Marktlücke“.

In welcher Funktion tritt E.ON Ruhrgas auf?

Wir sind Förderer und zugleich operativ eingebunden: Gemeinsam mit Vertretern von deutscher und norwegischer Botschaft sowie von StatoilHydro sind wir im Lenkungsausschuss vertreten, der das Projekt koordiniert. Darüber hinaus sind wir - über den Stipendienfonds E.ON Ruhrgas - auch Mitglied des Beirats des Jugendforums. Diesem Berat gehören die 20 wichtigsten Einrichtungen des deutsch-norwegischen Kulturaustausches an, beispielsweise das Goethe-Institut, der DAAD oder das Norwegisches Fremdsprachenzentrum.

Das Motto für 2008?

In diesem Jahr geht es darum, „Kulturelle Vielfalt und Identität“ kennenzulernen. Der Weg von a nach å ist kürzer, als man denkt.

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